Letzter Höhepunkt vor dem Winterschlaf

21.09.2016

Vor ein paar Wochen reiste ich für kurze Zeit von Tampere zurück in die Schweiz. Grund waren die Selektionsläufe für den JEC (Junior European Cup), wobei einer auch noch die Langdistanz Schweizermeisterschaft war, und dabei nutze ich auch die Gelegenheit, am legendären Jugendcup teilzunehmen.

Es war schön, dass plötzlich alles wieder so vertraut war. Auf einmal verstand man wieder all den Quatsch, den die Leute im Zug (oder am Vorstart zum OL 😉 ) redeten, selber musste man aber auch aufpassen welchen Quatsch man raus lässt, es war schön im Laden wieder Deutsch sprechen zu können oder in der Stadt plötzlich bekannte Gesichter anzutreffen. Gross war auch die Wiedersehensfreude mit all den OL Läufern.

Endlich Sonne in Finnland!

Nachdem ich am Freitag spät zuhause angekommen war, reiste ich am Samstag früh gleich wieder Richtung Winterthur für ein OL Wochenende. Dies lief leider nicht wie geplant. Technisch hatte ich zwar zwei recht gute Läufe aber läuferisch hatte ich so grosse Probleme wie schon lange nicht mehr. Zum Teil musste ich nach Aufstiegen sogar kurz anhalten, weil ich kaum mehr vorwärts kam. Ein paar Tage später ergab dann ein Test beim Arzt, dass sich mein Eisen wieder mal in die Ferien verzogen hatte…

Nach einer gemütlichen Woche zuhause standen dann die Selektionsläufe in der Ostschweiz auf dem Programm. Die Mitteldistanz am Samstag gelang mir gar nicht. Irgendwie kam ich absolut auch nicht nur annähernd in den Flow, meine Gedanken waren überall nur nicht beim Lauf und so häuften sich die Fehler. Für die Langdistanz am Sonntag, welche auch die Schweizermeisterschaft war, riss ich mich dann aber nochmals zusammen, schliesslich brauchte ich ein gutes Resultat, wenn ich an den JEC wollte. Mit ein paar kleinen Fehlern aber einem guten Tempo konnte ich mir dabei den 2. Rang sichern und somit auch die Qualifikation für den JEC Ende September in Schottland. (http://www.scottish-orienteering.org/jec2016)

Podium Junioren LOM Photo Severin Furter

Nach diesem harten Wochenende ging es dann schon bald wieder zurück nach Finnland, wo die Finnischen Meisterschaften im Sprint und der Staffel statt fanden. Erfreulicherweise konnte ich mir im Sprint den 3. Platz erlaufen und hier in Finnland sind sogar ausländische Junioren medaillenberechtigt. Am nächsten Tag in der Staffel bewies ich aber mal wieder, dass ich auch ganz anders kann. Ich lief die Startstrecke für ein Pyrintö Team in der Elitekategorie und lief das Team total in die Sch…. Ich suchte und suchte, fand nichts und suchte weiter, nur um nach einem gefundenen Posten den nächsten gleich noch länger zu suchen. 18min Fehler waren das Resultat und ich überlegte im Wald, ob ich das Dress ausziehen sollte, damit niemand sieht, dass ich für Pyrintö laufe… ich schämte mich in Grund und Boden. Danach verlor ich für kurze Zeit alle Motivation und Freude am OL in Finnland, gutes Zureden von Freunden holte mich aber wieder in die Realität zurück und somit zu meinem Kampfwille. Ich gebe doch nicht einfach so auf, da liegt noch was drin! Ich habe schliesslich den für meine Familie typischen sturen Schädel und wenn ich etwas erreichen will, dann gebe ich auch alles dafür. 😉

uups und nochmals uuups...

uups und nochmals uuups…

bildschirmfoto-2016-09-21-um-21-36-37

Nun reisen wir schon bald weiter nach Schottland, um dort die Saison (hoffentlich gut) abzuschliessen und dann den Winterschlaf anzutreten. Obwohl… schlafen will ich eigentlich nicht, im Gegenteil! Der Angriff für die nächste Saison muss vorbereitet werden 🙂

Wie man zum Finn wird und was sonst noch zu beachten ist

31.08.2016

5 Wochen sind nun vorbei. Wochen in denen ich viel erlebt habe hier in Tampere, sowohl Positives wie auch ein paar weniger gute Sachen. Doch ich bin überzeugt, dass ich genau daraus Erfahrungen fürs Leben mitnehmen kann und irgendwann froh sein werde, diese Situationen, ob gut oder schlecht, erlebt zu haben. Doch vor allem habe ich viel über Finnland und seine Einwohner gelernt. Diese Fakten habe ich nun versucht ein wenig zu sammeln. ( Aber Achtung, zum Teil sind sie ernst gemeint – aber einige sollte man nicht allzu seriös nehmen 😉 )

  • Auf finnisch existiert kein „Bitte“ in unserem Sinn. Bedankt man sich, wird man oft etwas schräg angeschaut und es folgt ein „Okay“ als Antwort. Wenn man hingegen um etwas gebeten wird, wird dies sehr höflich ausgedrückt: „Ole hyvä ja…“ (Sei so gut und mach…)
  • Finnen essen viel. Und immer. Frühstück, Morgensnack, Mittagessen, After-Mittagsnack, Nachmittagssnack, Nachtessen, Aftersnack … und dazwischen auch noch.
  • Im Hallenbad ziehen die Finnen ihr Badekleid an, laufen 3 Meter in die Dusche, wo sie zuerst mit Badekleid duschen, dann nochmals ohne (beide mal mit Shampoo), dann ziehen sie es wieder an und erst dann gehen sie schwimmen.
  • Es wird ständig Kaffee getrunken. Und man findet auch überall Kaffee. In der Stadt sowieso aber auch ausserhalb, in jedem Wald findet man früher oder später irgendein halbkaputtes Haus mit Anschrift „Kahvia“. Aber niemals ist es Maschinenkaffe sondern immer Filterkaffee.
  • Doch es wird auch viel Tee getrunken. Vorallem Tee mit Honig. Wobei man eher sagen muss Honig mit Tee. Wenn 5 Personen am Tisch sind und etwa einen Liter Tee trinken, sind danach fast 400gr Honig weg…
  • Finnen lieben ihr Handy so sehr, dass es einen eigenen „pet name“ dafür gibt: Kännykkä
  • Nachdem wird uns mit einem „See you“ und dem Versprechen, wiederzukommen vom Eintrittsverkäufer der Tennishalle verabschiedet haben, treffen wir ihn tagsdrauf in unserem Block und finden heraus, dass er einen Stock über uns wohnt – und das in einer Stadt mit über 216’295 Einwohner!
  • Das Vorurteil, dass Finnen distanziert und Einzelgänger sind, stimmt absolut – meistens. Es gibt aber auch coole Grossmamis die einen auf finnisch ansprechen und nicht mehr aufhören zu reden. Nach 5min kann man dann mal einwerfen, dass man nicht finnisch spricht. Interessiert sie aber nicht und mit einem Lachen redet sie weiter. Als ich dann auf finnisch sagen konnte, dass ich nicht finnisch rede und sie nicht verstehe, lacht sie und redet mit Gebrauch ihrer Hände und Füsse weiter – ich habs aber trotzdem nicht verstanden 😛 Hatte aber Freude an ihr.
  • Finnen sind Golffreaks. Egal ob es regnet, eiskalt ist, 22Uhr abends oder 6Uhr morgens, dunkel ist, ob es einen so heftigen Sturm hat, dass Bäume auf Stromleitungen und Strassen gefallen sind (wirklich wahr), egal unter welchen Umständen, auf dem grossen Golfplatz neben unserer Wohnung hat es immer Spieler. Immer.
  • In Finnland gibt es eine Weltmeisterschaft im Ehefrauentragen, Moskitofangen und Sumpf-Fussball.
  • …und und und…

Ich könnte noch lange fortfahren mit interessanten Fakten über dieses interessante und erstaunliche Land, aber ich glaube, ich habe schlicht zu wenig Platz 😉 
Finnische Wälder sind unschlagbar! 🙂

20160824_154440 und so sieht meine Heimat hier aus.

Siikaneva, der grösste Sumpf in der Region und wunderschön.

Wanderung im grössten Sumpf in Tampere Wanderung im grössten Sumpf in Tampere

Pyrintö Girls on tour – Kaisa, Lotta, Anni, Simona und ich auf dem Weg ins Training

Ich freue mich sehr, kann ich nun für fast 2 Wochen zurück in die Schweiz kommen. Mal schauen, wie schnell ich die Mittellandwälder wieder gegen die finnischen Wälder tauschen möchte 😉

Tervetuloa Suomi! Second home – or almost…

12.08.2016

Since two weeks now, I’ve been staying in Finland. The first week was a training camp with the national team. We were living in Murikka in Tampere, a very nice place in the forest, some meters away from the lake. It was a fantastic week with many good trainings. After some big mistakes and a discussion with our coach I finally caught on that I don’t wear the compass just for fun but that I have to use it – but how? I realized, that I even didn’t know how to use this object which I’m taking to every race and training. So I changed my goals for the upcoming weeks and I will learn how to run with a compass! Actually it takes a looooong time out in the forest until I have found the right direction but I also realized, that it can really work. So I decided, not to leave Finland before I command this round thing on my finger.

Swiss girls goes international Foto Katrin Müller Swiss girls go international
Foto Katrin Müller

Later in the week we travelled to Turku and enjoyed surfing on open rock beams. The terrain was not totally the same as in Tampere, I would say it was even a bit nicer 😉 So after a Sprint Relay that I ran with Jan Brunner, a Finnish competition in Turku, some swims in the evening out in a big lake, some huge mistakes and disappointments but also some controls I found perfectly, this training camp ended in a very successful way – as usual 🙂

Foto Katrin Müller Foto Katrin Müller

But after this week, the real adventure started: my year in Tampere together with Simona Aebersold! After a busy day filled with shopping in IKEA, establishing our new appartement, doing a first run etc, some other days with other obligations followed. Now we have already been living  in our new home for one week . The people from our club Tampereen Pyrintö are so extremly friendly and familiar and I’m just very, very thankful for everything they do for us! Slowly the daily routine is appearing and therefore some time to overthink the whole situation. I really enjoy being here but I cannot yet call it my home. There are some important things missing, which I can find only in Switzerland (f.e. mountains 🙂 ) and in some moments I ask myself what my people are doing right know in Switzerland and if it was the right decision to leave my home. But I think those thoughts are normal and so I’m looking forward to the first competition tomorrow 🙂

JWOC 2016 – What a story!

20.07.2016

Exactly two weeks ago the adventure JWOC 2016 has started. Very excited we have been travelling to St. Moritz for some days of preparations before we were heading over to Scuol, where we were staying for the whole JWOC. And then, finally, the competitions started!

The first race was the sprint. Normally I thought, that this should be my strongest disctance and so I had the highest expectations. At the start I was very nervous. My first race at JWOC! Everything was new and I didn’t really know, how to deal with these situations. But then I got the map and the race had started. Unfortunately I did two quite big mistakes and so I was very disappointed in the finish. Even the good 10th place wasn’t really a satisfaction. But thanks to the Swiss Team we could celebrate several medals and I was very happy for them! 🙂

A demanding sprint in a beautiful village - Foto Rémy Steinegger A demanding sprint in a beautiful village – Foto Rémy Steinegger

Very soon the preparations for the long distance were following. My start was early in the morning which was really good because I have some problems with waiting a long time in the quarantine. So when I went to the start I was looking forward to the race. Opposed to the sprint I felt very calm at the prestart, almost a bit distracted. Already the first control was very demanding. I payed attention to my tactic and took the most savely route possible. With time and security I managed to find the first controls without problems. But then I saw another runner and instead of following my tactic and my way that I already have planned, I was influenced by her. So I took the wrong routechoice and, as seen later in the evening, lost the lead. But during my race I had no ideas about my standings ( which was good 😉 ) and so I continued my race with some little mistakes until the finish line. And there I learned that I was second. I didn’t really care about it, there were so many other runners out in the terrain, I thought they will be much faster. But more and more athletes arrived and I was still second. All the time I didn’t want to think about it and I didn’t really accept the congratulations from the people. But then, after some hours, all runners were in the finish and it was official! I got really the second place in this years JWOC long distance!! And even better, my friend Sofie got third and standing on the podium with a friend is much better than alone 🙂

Joey, who won the gold medal, and me celebrating. Joey, who won the gold medal, and me celebrating.

The following Middle Qualification went very well and I managed to win my heat. The Middle Final was in contrary not so perfect. The terrain was very difficult and I had to go slowly. And even then I did some mistakes. After the arena passage I was searching all controls and so I finished with the resulting 10th place. In the evening I felt tired of competition and I was looking forward that JWOC will be soon over. It was hard to deal with the pressure and expectations every day and I just wanted do to orienteering just for fun. But the next day I had to run the first leg in our second Swiss team in the relay and so i tried to motivate myself again for a last race.

The relay was an up and down of feelings. My race was very good and I could change over in first position. But in the end, SUI 1 won the championships and so my team was not counting ( only the better team of each country was counted). I was happy about my race and happy for my friends from SUI 1 but also disappointed that my good race was „for nothing“. Nevertheless I tried to cheer with my teammates and tried to be as happy as possible.

So, a very successful und unexpected JWOC ended. I’m so thankful that I was part of a very strong Swiss Team! We had a wonderful time and I had many great experiences. Thank you all! 😀

Most succesful JWOC ever! Foto Rémy Steinegger Most succesful JWOC ever! Foto Rémy Steinegger

Countdown läuft…

02.07.2016

Noch einen Wettkampf, 2 Trainings, 4 mal Schlafen, ganz viel vorbereiten… und dann geht es endlich los! Nächsten Mittwoch werde ich mit 11 anderen Schweizer Athleten ins Engadin an die Junioren WM (JWOC) reisen. Seit der Selektion drehen sich die Gedanken hauptsächlich um diesen Event. Ich freue mich sehr und bin unglaublich gespannt, was mich dort erwarten wird. Das Training ist jetzt sozusagen abgeschlossen, es geht jetzt nur noch darum, möglichst erholt und ready an den Start gehen zu können. Vor einer Woche trainierten wir mit dem Schweizer JWOC Team in Arosa, um uns optimal auf die WM vorzubereiten. Dort bemerkte ich auch, was es heisst, bei hohen Temperaturen und auf 2000m.ü.M intensiv zu trainieren. Nach 3 Trainings war ich schon komplett erschöpft und begann mich zu fragen, wie ich mich wohl nach einer Woche Wettkampf fühlen werde… 😉 Aber ich sehe es als Privileg, dieses Problem zu haben 🙂

Das Schweizer JWOC Team - wir sind bereit! Foto Severin Furter

Das Schweizer JWOC Team – wir sind bereit!
Foto Severin Furter

Am Sonntag steht nun noch die Staffel Schweizermeisterschaft an, welche ich mit Salome Schweizer und Sofie Bachmann laufen werde. Und danach gilt es langsam ernst…. Ich kann es kaum abwarten und freue mich riiiiiiiesig! 😀

Österreich, Schweden & Tessin führen ins Engadin

Die Monate Mai und Juni sind voller Premieren und Erlebnisse. Selten war ich so wenig zuhause und an so vielen verschiedenen Orten in so kurzer Zeit. Doch der Reihe nach.

Zuerst fuhren wir mit dem Nationalkader nach Österreich ins Trainingslager. Ich hatte ziemlich Zweifel an diesem TL, von wegen „Österreich ist doch wie die Schweiz, wieso gehen wir dort trainieren?“ Wie wurde ich doch dann überrascht! Wir liefen in ganz verschieden Gelände, von sehr steinig bis wenig detailliert und schnell, vor allem total anders als bei uns. Technisch waren die Trainings sehr fordernd und eine gute Vorbereitung für die JWOC im Engadin. Leider hatte ich seit ein paar Wochen Probleme mit dem Aussenband am Knie, was mich zu ein paar Ersatztrainings zwang. Dank unserer super Physio konnte ich aber trotzdem qualitativ gut trainieren.

In jeder Hinsicht eingelungenes Trainingslager! Foto Katrin Müller

In jeder Hinsicht ein gelungenes Trainingslager! Foto Katrin Müller

Kurz nach Österreich stand schon das nächste Highlight auf dem Programm: die 10mila in Schweden mit meinem finnischen Klub Tampereen Pyrintö! Für mich war es eine Premiere an dieser (einer der grössten) Staffeln zu laufen. Ich freute mich sehr, war aber auch ziemlich nervös da ich die Startstrecke laufen durfte. Schon der Weg zum Startpunkt führte uns steil nach oben auf den Skisprunghügel in Falun gefolgt von einem läuferisch unglaublich harten Rennen. Konnte ich am Anfang noch mithalten, brach ich aber in der zweiten Hälfte total ein und ab da war es nur noch ein Kampf. Im Ziel war ich mit meiner technischen Leistung zufrieden aber doch enttäuscht, dass ich läuferisch so nicht fit war. Die Tage in Schweden waren aber ein Erfolg und ich wurde sehr herzlich in meinem neuen Klub aufgenommen und freue mich schon auf den nächsten Anlass!

Kaum zurück in der Schweiz ging die Reise weiter ins Tessin, wo die ersten zwei von vier Testläufen für die Junioren WM statt fanden. Leider passierte mir an beiden Läufen je einen grossen und dummen administrativen Fehler, welche mich in der Rangliste etwas zurück warfen. Mit einem 4. und 8. Rang war ich aber immer noch im Gespräch für eine Selektion. Eine Woche später stand der Sprinttestlauf in Solothurn auf dem Programm. Technisch lief es ganz gut, läuferisch aber gar nicht. Dank einem Arztbesuch wusste ich aber mittlerweile, dass mein Eisen wieder enorm gesunken war, was die schlechte läuferische Leistung der letzten Zeit erklärte. Trotzdem konnte ich mich noch auf dem 5. Rang platzieren. In meinem Umfeld meinten alle, dass es nun nicht mehr auf den letzten Testlauf, den Gempenberglauf, ankäme, es reiche sowieso für eine Selektion. Ich konnte und wollte das aber nicht glauben, bevor ich es nicht schwarz auf weiss vor mir sah. So startete ich ziemlich nervös am Mittwochabend auf die 7.8km lange Strecke mit rund 400Hm. Mit der 5. schnellsten Zeit kam ich oben an und da war mir schon langsam klar, dass es gut aussieht. Trotzdem ging ich am Abend vor der Selektion sehr aufgeregt ins Bett und konnte den Morgen kaum abwarten. Und dann war da tatsächlich die lang erträumte Nachricht: Selektion zur JWOC 2016 im Engadin! Mein grosses Saisonziel ist erreicht und dazu noch eine JWOC in der Heimat – ich kann es kaum abwarten und bin einfach happy 🙂

Selektionen

JWOC 2016 Engadin

Nach 2.5 Wochen Stress waren die Selektionsläufe endlich geschafft - und ich auch ;)

Nach 2.5 Wochen Stress waren die Selektionsläufe endlich geschafft – und ich auch 😉

Nun gilt es nur noch die Maturaprüfungen zu  absolvieren bevor der Fokus zu 100 % auf die WM gerichtet werden kann.

Von Fehlern, Trainingslager und einigen Zweifel

17.04.2016

In den letzten Wochen ist viel passiert in meinem OL Leben. In den Frühlingsferien reisten wir mit dem Nachwuchskader Fribourg für eine Woche in die Provence für ein Trainingslager. Das Gelände unterschied sich stark von unseren Mittellandwäldern, war es doch recht offen und felsig mit sehr feinen Partien. Ich bekundete so meine Mühe mit diesem Terrain. Da ich zuvor einige sehr gute und schnelle Läufe in der Schweiz absolvieren konnte, startete ich auch in Frankreich mit jeweils einem hohen Tempo in die Trainings. Schnell wurde ich aber in den Postenräumen abgebremst und suchte viel. Auch noch Ende Woche nach vielen Trainings gab es Momente, wo mir einfach die Tränen in die Augen schossen, so enttäuscht war ich. Ich suchte und suchte, änderte die Taktik, suchte immer noch, erkannte nichts im Gelände, regte mich auf, fand noch weniger und nicht selten kam ich dann total aufgelöst zurück. Die Zweifel waren riesig und ich wusste nicht, was ich von den nächsten Wettkämpfen erwarten sollte.

Die Freude über die gefundenen Posten war jeweils gross. Foto: Julianne Barben Die Freude über die gefundenen Posten war jeweils gross.
Foto: Julianne Barben

Kaum zurück zuhause ging es gleich weiter in ein Kurz-Trainingslager mit dem Juniorenkader. Während 4 Tagen absolvierten wir viele Trainings zum Thema Gegnerkontakt. Das heisst, kein einziges Training absolvierten wir alleine, immer waren es Massenstarts, Jagdstarts oder Partnertrainings. Diese Trainingsformen bereiten mir doch ein wenig Mühe. Oft lasse ich mich schnell von anderen beeinflussen und vertraue mir selber zu wenig. Auch wenn ich haargenau wusste, wo ich bin und sah, dass die anderen falsch gingen, folgte ich ihnen. Ich traue mich einfach nicht, mich abzuspalten und denke, wahrscheinlich bin ich falsch und nicht sie. Dadurch war dann auch das Fazit von diesen Trainings recht durchzogen. Dabei stand doch dieses Wochenende die Mitteldistanz Schweizermeisterschaft an, an welcher ich mein Selbstvertrauen brauchte!

Entsprechend dieser Trainings ging ich ziemlich verunsichert und unwohl an den Start der Meisterschaft. Ich hatte keine Ahnung, was ich erwarten sollte und war überhaupt nicht überzeugt von mir. Trotzdem gelang mir bis zum Posten 13 von 15 einen technisch sauberen Lauf. Doch dann verlor ich die Nerven und die Geduld und suchte die zwei letzten Posten rund eine Minute. Für eine Mitteldistanz könnte dies einem den Nacken brechen. Im Ziel war ich also doch recht frustriert, hatte ich es wieder mal nicht geschafft. Schlussendlich reichte es dann doch für Rang 3, sowohl mit meiner läuferischen wie auch mentalen Leistung bin ich aber nicht wirklich zufrieden.

Nun gilt es, das Selbstvertrauen wieder voll aufzubauen und die Zweifel zu beseitigen, sodass der weitere Verlauf der Saison mit etwas weniger grossen Aussetztern weitergehen kann!

Mitteldistanz SM Möhlin Mitteldistanz SM Möhlin

Resultate MOM

…und dann geht der Knopf auf

20.03.2016

Ich freue mich sehr, kann ich meine noch junge Website mit so einem erfreulichen Titel beginnen! Nun hier die Erklärung dafür 🙂

Nein, mein Wintertraining verlief nicht nur rosig. Eine Erkältung schränkte mich für etwa 2 Wochen vor allem in den intensiven Trainings ein und bis vor ein paar Wochen war ich alles andere als fit, jeder Dauerlauf war zu anstrengend und ich zählte die Minuten, bis das Training endlich fertig war. Aber dann, beinahe über Nacht, kam die Energie zurück.

Eine Erklärung gefunden habe ich nicht, aber ich will mich nicht darüber beklagen 😉 Vor allem am Kaderanlass vor einer Woche konnte ich dann auch wieder ein wenig Selbstvertrauen finden und erkannte, dass meine Form doch recht gut war. Und so bereitete ich mich motiviert auf die Nachtmeisterschaft vom 19.03.2016 vor. Eigentlich bin ich gar kein Nacht OL Fan, ich bekomme schnell Angst und fühle mich sehr unsicher. Trotzdem ist es beinahe ein Muss, an der Meisterschaft teilzunehmen. Daher versuchte ich, möglichst positiv an die Sache zu gehen und tatsächlich, auf einmal freute ich mich sogar! So stand ich dann am Samstagabend um 20h49 motiviert am Start, froh und erleichtert, die Sache endlich in die Hand nehmen zu dürfen. Obwohl meine Ziele klar waren, klappte es nicht so richtig. Ständig war ich mit der Planung der nächsten Posten hinterher und lief überhaupt nicht wie ich sollte. Dies unter anderem weil ich einfach zu schnell war. Ich war so extrem fit, dass ich beinahe durch den Wald flog. Schon beim 7. Posten war ich komplett blau im Kopf und es war einfach kein Sauerstoff vorhanden, um noch vernünftig zu denken. So verlor ich 1’23“ weil ich nicht fähig war, die Karte zu norden und einen Waldrand zuzuordnen… Den Posten dann endlich gefunden gings in einem Höllentempo weiter. Bis zu den letzten paar Posten hatte ich das Glück auf meiner Seite und kam ohne grössere Umwege durch. Doch dann hätte es wirklich nochmals volle Konzentration benötigt und die hatte ich nicht mehr. So verlor ich auf der Schlussschlaufe erneut ein wenig Zeit und im Ziel dachte ich, dass es sicher nicht für ein Podest reichen wird. Umso erfreuter war ich, als es dann mit ein paar Sekunden Rückstand auf Simona Aebersold für Rang 2 reichte und das mit 7min Vorspung auf Rang 3.

Kurz nach dem Start - Bild von Martin Jörg Kurz nach dem Start – Bild von Martin Jörg

Rangliste

Am Sonntag ging es mit dem 1. Nationalen OL dann gleich intensiv weiter. Ich wollte mich bewusst darauf konzentrieren, die Fehler vom Nacht OL nicht noch einmal zu begehen. Hochmotiviert ging ich an den Start, ich spürte, dies konnte ein guter Lauf werden. Sobald ich die Karte in der Hand hatte, rannte ich los. Und wie ich rannte! Ich bin immer noch höchst erstaunt, was mein Körper im Moment gerade leisten kann. Noch nie bin ich einen OL in  4.8min/km im Schnitt gelaufen, zwischenzeitlich lief ich sogar unter 4min/km… Ich konnte mich wirklich voll ans Limit bringen und sogar darüber hinaus. Nicht mal als meine Atmung zu pfeifen begann und nicht mehr mit den Beinen mitkam, wollte ich bremsen, es war einfach grandios! Auch technisch könnte ich nicht mehr als 1-2 min optimieren und so freute ich mich dann sehr, als es für den ersten Rang reichte 😀

so ein Tempo konnte ich noch nie laufen an einem OL :) so ein Tempo konnte ich noch nie laufen an einem OL 🙂

Rangliste

Und so kann ich nur staunen und sagen, dass der Knopf langsam aufzugehen scheint. Anscheinend konnte ich einen ziemlich grossen Schritt vorwärts machen über den Winter. Dies sicher Dank meinem Betreuer Sevä, durch ihn konnte ich komplett neue Konzepte erstellen und fand Unmengen an Motivation 🙂 Ich freue mich auf die Saison!

Meine Vision steht, mein Ziel habe ich fest im Blick, die Saison startete gut – ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Wettkämpfe und vor allem auf das Trainingslager in Frankreich ab dem 25.03.2016!

Herzlich Willkommen!

15.03.2016

Nach einer erfolgreichen Saison 2015 habe nun auch ich mich entschlossen, eine Website zu gestalten. Dies um einerseits den Sponsoren gerecht zu werden und anderseits um alle Interessierten auf dem Laufenden zu halten. Möglichst regelmässig versuche ich nun, diese Seite aktuell zu halten 🙂

Damit einen kurzen Rückblick auf das bisherige Wintertraining: Höhepunkt waren sicher die 2 Wochen, die ich mit Simona Aebersold in Tampere (Finnland) verbracht habe, wo wir ab August 2016 für ein Jahr hingehen werden. Für mich war es das erste Mal, dass ich in Finnland OL machte und so folgte auch die eine oder andere Suchaktion. Daraus konnte ich aber viel lernen und gegen Ende der Reise fühlte ich mich auch schon ein wenig sicherer in diesem Gelände.

Solche Fehler wurden mit der Zeit immer weniger :) Solche Fehler wurden mit der Zeit immer weniger 🙂Sonnenuntergangsstimmung um 14 Uhr bei -20°C - das ist Finnland! Sonnenuntergangsstimmung um 14 Uhr bei -20°C – das ist Finnland!

Doch auch zurück in der Schweiz folgten einige gute Anlässe wie die Juniorenkaderzusammenzüge (KAZU). Im Januar verbrachten wir 4 Tage in Tenero, wo der Schwerpunkt ganz beim Sprint lag. Dazu absolvierten wir noch den jährlichen 4x1000m Leistungstest.

Im Februar trafen wir uns dann in der Ostschweiz, wo wir neben 3 tollen OL Trainings auch noch einen Input zum Umgang mit Druck, Erfolg und Misserfolg hatten. Dieses Thema spielt eine relativ wichtige Rolle in dieser Saison, da im Sommer die JWOC (Junior World Orienteering Championships) im Engadin stattfinden wird. Da stellt sich die Frage für uns Schweizer, ob dies nun ein Heimvor- oder nachteil ist. Auf jeden Fall ist die Situation nicht zu unterschätzen und es ist sicher lohnenswert, einige Zeit in diese Vorbereitung zu stecken.

Letztes Wochenende reisten wir mit dem Kader für den März-KAZU in die Region Solothurn. Am Samstag absolvierten wir 2 Trainings zum Thema Generalisation und am Sonntag starteten wir am Oltener OL. Für uns war dies ein Testwettkampf um zu sehen, ob unser Drehbuch funktioniert. Von Beginn des Laufes an konnte ich trotz der vielen Höhenmeter ein gutes Tempo aufbauen und auch technisch war ich sehr fokussiert und konzentriert. Früh genug merkte ich, wenn ich nicht mehr bei der Sache war und konnte darauf reagieren. So schaffte ich es, in den richtigen Momenten das Tempo zu reduzieren oder sogar ganz anzuhalten. Darauf war ich schon ein wenig stolz, da dies bisher immer eine Schwäche war. Dementsprechend gut war dann auch das Resultat und dies zeigte mir, dass ich mich auf dem richtigen Weg zu einer spannenden Saison befinde.

Nun freue ich mich auf ein weiteres OL Wochenende mit den ersten wichtigen Wettkämpfen – die Schweizermeisterschaft im Nacht OL und der 1. Nationale OL stehen an!